Fachtag 2022: Kontinuität für Pflegekinder - Wie kann sie in der Praxis umgesetzt werden?

Termin: Mittwoch, 12.10.2022
Fachtag : 10.00 Uhr bis 16.15 Uhr (ohne Kinderbetreuung)
Veranstaltungsort: Stuttgart

Die Klärung der Lebensperspektive eines Kindes, das fremduntergebracht wurde, ist im Kinder- und Jugendhilfegesetz nach wie vor als Auftrag formuliert. Vollzeitpflegeverhältnisse nach § 33 SGB VIII sind demnach entweder zeitlich befristet oder auf Dauer angelegt: "Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder Jugendlichen und seinen persönlichen Bindungen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie Kindern und Jugendlichen in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten."

Nach mehrjährigem Reformprozess brachte das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) 2021 wesentliche Neuerungen in Recht und Praxis der Pflegekindschaft. Explizit sollen durch die Novellierungen "Transparenz für das Kind bzw. den Jugendlichen in allen Phasen des Hilfeprozesses hergestellt und die rechtlichen Möglichkeiten des Schutzes der kindlichen Bindungen erweitert werden." (BT.-Drs.19/26107, S.8.)

Der Fachtag "Kontinuität für Pflegekinder" nimmt die gesetzlichen Neuerungen in interdisziplinärer Weise in den Blick und beleuchtet die Chancen, die mit der Modernisierung von Recht und Praxis einhergehen können. Betrachtet werden die Änderungen im Kinder- und Jugendhilferecht sowie im Kindschafts- und Verfahrensrecht, die Pflegekinder, Pflegeeltern, Herkunfsteltern sowie das Jugendamt betreffen. Ein besonderer Schwerpunkt wird an diesem Tag auf die fachlichen Implikationen sowie auf die praktische Umsetzung einer kontinuitätssichernden Perspektiv- und Hilfeplanung für Hochrisikokinder gelegt.

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Der Fachtag wird in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg durchgeführt und finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

 

Folgende Fragen werden u.a. aufgeworfen und diskutiert:

  • Wie kann dem Grundbedürfnis des Kindes nach kontinuierlichen und stabilen Lebensverhältnissen als einem wichtigen Faktor des Kindeswohls am besten Rechnung getragen werden?
  • Besteht ein Spannungsverhältnis zwischen dem Bedürfnis des Kindes nach Kontinuität und der "prozesshaften Perspektivklärung", und was folgt ggf. daraus?
  • Welche Bedeutung kommt dem kindlichen Zeitempfinden im Hinblick auf die Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder den Verbleib in der Pflegefamilie zu?
  • Was ändert sich bei der Arbeit mit den Herkunftseltern, und wo liegen die Grenzen dieser Arbeit?

Der Fachtag wendet sich an Pflegeeltern, Fachkräfte der Jugendhilfe, Familienrichter*innen, Verfahrensbeistände sowie Vormünder und bietet Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch.

Programm

Einführung ins Themenfeld:
Dr. Ulrike Bischof, ABPA

Auswirkungen der jüngsten Reformen im Bereich der Pflegekindschaft - Erste Erfahrungen

Prof. Dr. Ludwig Salgo, Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Mittagspause
Kontinuität jetzt! - Praktische Implikationen zur Perspektivklärung für Pflegekinder

Dr. phil. Mériem Diouani-Streek, Diplom-Pädagogin, langjährige Referentin in den Bereichen kindliche Entwicklung, Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilfe

Moderation: Claudia Kobus

 

Gebühren für TeilnehmerInnen: inclusive Tagungspauschale (Getränke, Kaffee, Brezel, Mittagessen)

Einzelpersonen: 70 Euro I Paare: 130 Euro

Mitglieder ABPA:

Einzelpersonen: 45 Euro I Paare: 80 Euro



 

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