Fachtag 2020 - Kinderrechte Kinderschutz: Kindern eine Stimme geben - Beteiligung und Partizipation von Kindern mit traumatischen und deprivatorischen Erfahrungen

Termin: Mittwoch, 07.10.2020
Tagesseminar: 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr (ohne Kinderbetreuung)
Veranstaltungsort: Stuttgart

Kinder haben nach Artikel 12 der UN – Kinderrechtskonvention (1989) das Recht, mit ihren Anliegen und Meinungen ernst genommen zu werden. Vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Lebensumstände entwickeln bereits Säuglinge und ganz kleine Kinder eine eigene Haltung, die sie in ihrem Verhalten und in ihren Äußerungen deutlich zeigen. Der Begriff Kindeswille meint und beschreibt dieses „subjektive Interesse“ eines Kindes.

Die feinfühlige und sensible Wahrnehmung dieser Bedürfnisse und des Willens des Kindes erfordert von den Fachkräften sowie den Pflege- und Adoptiveltern eine empathische Haltung gegenüber dem Kind. Werden die elementaren Bedürfnisse eines Kindes beispielsweise bei der Vermittlung, bei Umgangskontakten oder in den Familien nicht ausreichend berücksichtigt und wird sein nonverbal oder verbal geäußerter Wille missachtet, entwickeln Kinder oft schwer zu verstehende Verhaltensauffälligkeiten.

Pflege- und Adoptivkinder mit deprivatorischen und traumatischen Erfahrungen zeigen vielfach Verhaltensweisen, die leicht missverstanden werden können, wenn beispielsweise ein Kind während des Umgangskontakts mit seinen gewalttätigen Eltern sich freudig erregt und erst Stunden später schwere Belastungsreaktionen zeigt.

Das Recht auf Beteiligung und Partizipation von Kindern führt in der Praxis, bei Eltern und Fachkräften, zu vielen Fragen und Diskussionen.

Um Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen zu können, braucht es ein hohes Maß an Fürsorge, Zuwendung und Wohlwollen sowie respektvolle Distanz und Anerkennung der Individualität und Persönlichkeit des Kindes.
 

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Die Durchführung des Fachtages erfolgt in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

In den Beiträgen des Fachtags geht es um den Willen von Kindern mit traumatischen und deprivatorischen Erfahrungen. Beleuchtet werden theoretische und praktische Fragen der Umsetzung des Rechts der Kinder auf Beteiligung und Partizipation aus psychologischer, pädagogischer und rechtlicher Perspektive:

  • Wie können Kinder ihrem Alter entsprechend beteiligt und einbezogen werden?
  • Wie kann Kindern geholfen werden, ihre Erfahrungen einzuordnen und zu verstehen sowie Brüche und schwierige Situationen verarbeiten zu lernen?
  • Was wissen wir über das Bindungsverhalten und den Willen von Kindern und was folgt daraus für die Hilfeplanung und Rechtsprechung?
  • Wie verhalten sich die Beteiligungsrechte sowie die Schutz- und Förderrechte bei entwicklungsbeeinträchtigten Kindern zueinander?

Der Fachtag wendet sich an Pflege- und Adoptiveltern, Fachkräfte der Jugendhilfe, Rechtsanwälte und Richter, Verfahrensbeistände und Vormünder.

Programm

Grußwort

Frau Staatssekretärin Bärbl Mielich MdL, Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg (angefragt)

Einführung ins Themenfeld

Dr. Ulrike Bischof, ABPA

Beteiligt - Berücksichtigt - Ernst genommen.
Wie der Anspruch der Partizipation bei Kindern mit schwierigen Erfahrungen umgesetzt werden kann.

Sabine Brunner, Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI), Zürich

"Wen interessiert`s schon?" - "Mich interessiert`s!"
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Pflegekinderhilfe

Sigrid Mosé, Jugendamt Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim

Mittagspause
Die Beteiligung von Pflegekindern an behördlichen und gerichtlichen Verfahren

Prof. Dr. Ludwig Salgo, Seniorprofessor an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Moderation: Claudia Kobus

 

Gebühren für TeilnehmerInnen:

Einzelpersonen: 60 Euro I Paare: 110 Euro

Mitglieder ABPA:

Einzelpersonen: 30 Euro I Paare: 50 Euro

Die Durchführung des Fachtages erfolgt in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

 

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